Centro de Portugal

Nachhaltigkeit vor der Küste des Centro de Portugal








Die Berlengas-Inseln sind ein wertvolles Biosphärenreservat und jetzt auch ein Vorzeigeprojekt bei der klimaneutralen Energieversorgung 

 

 Die Berlengas, das sind drei kleine Inselgruppen im Atlantik rund 10 Kilometer vor der Küste des Centro de Portugal. Die der Stadt Peniche vorgelagerten Inseln sind ein kleines Naturparadies und wurden 2011 von der UNESCO als Welt-Biosphärenreservat ausgezeichnet. Nur wenige Menschen dürfen hier wohnen – im Wesentlichen sind es Naturschützer und das Personal des Leuchtturms. Hinzu kommen noch Tagesbesucher, die vor allem die größte Insel Berlenga Grande mit der alten Festung São João Baptista das Berlengas besuchen und die intakte Natur auf gut markierten Wegen erkunden. Bis zu 550 von ihnen dürfen die Inseln täglich betreten. 

Auch wenn man bei all diesen Aktivitäten darauf achtet, möglichst wenig Energie zu verbrauchen, geht es doch nicht ohne Strom. Bislang wurde dieser mit drei großen Dieselgeneratoren erzeugt – mit allen Nachteilen, die diese Form der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen mit sich bringt: Alljährlich mussten auch bei gefährlich rauer See rund 15.000 Liter Treibstoff auf die Inseln gebracht werden. Und bei der Verbrennung des Diesels entstanden reichlich Lärm und jährlich rund 40 Tonnen CO2. 

Damit ist es jetzt vorbei: Im Rahmen des Projektes Sustainable Berlenga, das vom portugiesischen Energieversorger EDP Distribuição gemeinsam mit der Stadtverwaltung von Peniche ins Leben gerufen wurde, fand eine Umstellung der Stromversorgung auf regenerative Energie statt. 

An verschiedenen Stellen von Berlenga Grande wurden Sonnenkollektoren installiert, die Inselbewohner und Besucher jetzt mit klimaneutralem und umweltfreundlichem Öko-Strom versorgen. Da die Solaranlage ihre Leistung nicht immer dann erbringt, wenn Strom benötigt wird, lässt sich die Energie in großen Batterien mit einer Leistung von 150 kWh speichern. Für absolute Notfälle steht noch ein Notstromaggregat zur Verfügung. Die insgesamt 350.000 Euro teure Anlage wird von einer Zentrale auf dem Festland überwacht und gesteuert. 

Bei den Bauarbeiten gab es mehrere Probleme zu lösen: Zunächst war es nicht einfach, das benötigte Material über das Meer in den kleinen Hafen von Berlenga zu transportieren – immer wieder mussten die Überfahrten wegen schlechten Wetters unterbrochen werden. Vor Ort galt es, die Anlage sicher und effektiv zu installieren und gleichzeitig dem sensiblen Ökosystem des Naturreservates keinen Schaden zuzufügen. Beim Abtransport der alten Diesel-Generatoren half sogar die portugiesische Luftwaffe mit. 

Der Aufwand hat sich gelohnt: Felsen, die seltenen Vögeln wie Trottellummen, Kormoranen, Heringsmöwen oder dem Madeira-Wellenläufer ideale Brutbedingungen bieten, eine im Frühling bunt blühende Flora mit teilweise sehr seltenen oder gar endemischen Pflanzen wie der Berlenga-Grasnelke und eine Unterwasserwelt mit vielen Höhlen und einem enormen Fischreichtum, die jeden Taucher fasziniert, findet man in Europa nur noch sehr selten.

Weitere Infos über Centro de Portugal unter www.centerofportugal.com 



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